Personalisierung und Lokalisierung – Fluch oder Segen?

Seit Google begonnen hat dem Nutzer personalisierte und lokalisierte Ergebnisse anzuzeigen, streiten sich SEOs über den Einfluss dieser Veränderung auf unsere Arbeit.

Kurz zur Erläuterung:

Personalisierte Ergebnisse

Personalisierte Ergebnisse bekommt man bei Google anhand des Webprotokolls und/oder wenn  man mit seinem Google Account eingeloggt ist. Wie ich bereits in diesem älteren Post geschrieben habe, ist es für den durchschnittlichen Google-Nutzer nahezu unmöglich, keine personalisierten Ergebnisse mehr zu bekommen.

Wer das Webprotokol deaktivieren möchte, muss einen Google-Account besitzen und kann dann (nach getätigter Suchanfrage) unter „Einstellungen“ (das kleine Zahnrad oben rechts) das Webprotokoll deaktivieren.

Screenshot von der Webseite zur Deaktivierung des Google WebprotokollsWer keine Google-Account besitzt und zudem diesen Link: http://www.google.de/history/optout?hl=de nicht kennt, der bekommt in der Regel immer Ergebnisse angezeigt, die auf Grundlage der bereits erfolgten Suchaktivitäten angepasst werden. Vorausgesetzt er verwendet immer denselben Browser und Rechner.

Bin ich mit meinem Googleaccount angemeldet und führe Suchanfragen aus, dann werden die Ergebnisse zusätzlich personalisiert über meine Verbindungen zu bestimmten Webseiten bzw. Personen (früher schon Google Bookmarks, heute Twitter Netzwerk, +1 etc.).

Suchergebnis mit Empfehlungen bei eingeloggten Google Account

Lokalisierte Ergebnisse

Bei den lokalisierten Ergebnissen, bestimmt Google anhand der IP Adresse des Servers mit dem ich mich in das Internet einwähle den Standort und passt die Suchergebnisse daran an. Das beginnt schon bei der ersten Eingabe eines Buchstabens (Google Suggest) und wird fortgesetzt bei der Anzeige von Suchergebnissen.

So erhalte ich beispielsweise bei der Eingabe des Filmnamens „Alles Kosher“ ohne lokalisierte Ergebnisse ein ganz anderes Topergebnis als wenn der Standort (Hannover) bestimmt ist.

Bei der Standortbestimmung „Hannover“ wird mir als Top-Ergebniss gleich das passende Kino in der Nähe und die Anfangszeiten des Films genannt. Google Suchergebnis zu "Alles Kosher" bei gewählten Standort Hannover

Mit der Standortbestimmung auf Deutschland bekomme ich hingegen diesen wertvollen Hinweis nicht.

Google Suchergebnis zu "Alles Koscher" bei Standortwahl Deutschland

Geht es auch ohne?

Während sich das Webprotokoll gänzlich deaktivieren lässt (siehe Link oben/oder man ist angemeldet) und man sich vor der Suche ebenfalls aus seinem Account ausloggen kann, so lässt sich die Standortwahl nur weiter auf das Land verallgemeinern. (http://www.google.de/support/websearch/bin/answer.py?answer=179386&hl=de) Das bedeutet konkret: Ich kann als „allgemeinsten“ Standort nur Deutschland angeben.

Google Warnhinweis, dass nur eine PLZ bzw. Stadt aus Deutschland möglich ist

Wie beeinflusst das Ganze nun unsere Arbeit?

Der erste entscheidende Punkt ist das Kruz mit dem Ausloggen oder der Verwendung von mehreren Browsern bei der Arbeit, um somit möglichst unverfälschte Ergebnisse zu bekommen.

Gleichzeitig muss man bei der Beratung von Kunden in der Regel diese auf diesen Sachverhalte aufmerksam machen und ihnen damit ebenso häufig die Illusion ihres vermeindlich guten Rankings rauben. Den dieses Ranking ist aufgrund der ebenbenannten Tatsachen nur auf ihren eigenen Rechnern/Browsern vorhanden.

Ein weitere Aspekt ist das Keyword-Monitoring. Hier gibt es mitunter Ergebnisschwankungen, je nachdem wie sauber die Entwickler gearbeitet haben und den Einfluss der Lokalisierung ausschließen konnten.

Das sind nur einige Aspekte die mir gerade einfallen, fallen Euch noch weitere ein?