Nachtrag zur automatischen Anzeige von verwandten Suchanfragen

Nach meiner ersten Entdeckung der automatisierten Anzeige von „related terms“ (verwandten Suchanfragen) oberhalb der organischen Suchergebnisse, hatte ich nun etwas Zeit mich der Sache etwas genauer zu widmen.

Auffällig war im ersten Anschein, das die verwandten Suchanfragen bei unterschiedlichsten Begriffen auftauchten. Zwar treten Sie bei uns sprich Google.de (vielleicht habe ich bislang auch noch nicht die richtige Suchanfrage getätigt) derzeit nicht in dem Umfang auf wie beispielsweise bei Google.com (Beispiel Suchanfrage bei Google.com hearing aids) oder Google.co.uk (wie Tim Grice im Blog von SEO wizz berichtete). Aber die ersten „Ausläufer“ dieser Neuerung in der Präsentation der Suchergebnisse, sind schon bei uns sichtbar.

Anzeige verwandter Suchanfragen oberhalb der organischen Ergebnisse bei Google.de

Bei verschiedenen Suchanfragen an Google.de mit unterschiedlichen Suchbegriffen wie zum Beispiel: Imker, Sattler und Lackierung präsentiert Google.de bereits jetzt die verwandten Suchanfragen über den organischen Ergebnissen.

Nun war es interessant herauszufinden, warum Google dies bei einigen Begriffen tut und bei anderen wieder nicht. An der Zahl der Einträge zu einem Suchbegriff liegt es nicht. Dazu variieren die Zahlen (von 537.000 bis 16.800.000) zu stark.

Thema war auch egal, so werden für „lackierung“ verwandte Suchanfragen ganz oben präsentiert, aber nicht für „lack“ oder „lackierer“.

Auch die Zahl der monatlichen Suchanfragen scheidet aus. Schließlich besitzt der Suchbegriff „lackierung“ (Anzeige verwandter Suchanfragen oben) 1.600 Suchanfragen  „lack“ und „lackierung“ (kein Anzeige) hingegen 6.600 bzw. 2.900 monatlichen Suchanfragen.

Die Beiden anderen Begriffe die ebenfalls über die Anzeige verwandter Suchanfragen oberhalb der organischen Ergebnisse verfügen – „imker“ und „sattler“ – liegen wiederrum mit 2.900 bzw. 4.400 monatlichen Suchanfragen, genau dazwischen (alle Werte exakt Match und lokales Suchvolumen).

Ich vermute daher, dass sich Google nach dem Verhalten der Nutzer nach Vollendung der Suchanfrage richtet. Ein Algorithmus erkennt wahrscheinlich anhand vom Nutzerverhalten (Verweildauer auf der Suchergebnisseite, Bounce Rate, weitere Suchanfrage, etc.) das Nutzerverhalten bzw. die Unzufriedenheit mit den Ergebnissen und künftig werden für diese Suchanfragen, die verwandten Suchanfragen oberhalb der organischen Ergebnisse angezeigt. (siehe Google Blogpost)

Dabei erscheint die Reihe mit den verwandten Suchanfragen bisweilen auch unterhalb von einzelnen AdWords Anzeigen in Topplatzierung z.B. temporär bei „helfen“ und „jagd„.

Fazit:

Mit dieser neuen Entwicklung (und vollständigem Roll-out weltweit) erhalten die etablierten Marken und Big-Player mächtige Unterstützung von Google. Nach Googles Denkweise ist der Mehrwert und die bessere „user experienses“ für den Nutzer durch die Größe und damit verbundenen Seriosität des Anbieters gewährleistet.

Für SEO rückt die alte Tugend sich auf conversion-trächtige Longtails zu konzentrieren bzw. darauf zu optimieren, weiter in den Mittelpunkt. Und wer vorher bei bestimmten generischen Begriffen eine Topposition inne hatte, bei der nun künftig zahlreiche verwandte Suchanfragen präsentiert werden, der kann wohl mit schmerzlichen Trafficeinbußen rechnen.